this corner of the earth it smiles at me

Marisa Grace Wagner

Marisa Grace ist am Sonntag den 14 August 2005 gegen halb sechs Uhr abends in Düsseldorf Kaiserswerth geboren. Dies ist die Geschichte ihrer Geburt und der ersten Tage in ihrem Leben, und wie diese ihre überglücklichen Eltern Macy und Georg erlebten (gleich vorweg, Macy geht es den "Umständen entsprechend" ausgezeichnet, was eine andere Art ist, zu sagen, sie ist glücklich mit ihrem Kind zu Hause angekommen, und sie als auch ich finden in den wenigen Momenten der Muse Zeit, die uns gegebene Blume der Gnade - hierzu später mehr - zu bewundern). Unser Stadtbummel am Samstag "davor" endete abrupt, als Macy's Körper eine erste Warnung schickte. Da wir beide an diesem sonnigen Nachmittag auf der Kö noch nichts gegessen hatten, fuhren wir noch schnell bei unserem favourite Japanischen Nudelrestaurant vorbei - leider waren die im Sommerurlaub. Zu Hause angekommen, stellte sich nun die entscheidende Frage: Sollten wir nun ins Krankenhaus oder nicht - nach Rückfragen, Internetsuche, Literaturstudie blieben wir zu Hause und richteten uns darauf ein, in ein paar Tagen einzurücken (das hiess für uns, dass Marisa Grace doch sehr pünktlich zu ihrem "errechneten" Geburtstermin erscheinen würde, und wir evtl. unseren Termin bei Macy's Frauenarzt absagen müssten, den sie wohl etwas vorschnell noch gegeben hatte.). Wir entschieden uns dafür, erst einmal etwas zu kochen. Nach einem gemütlichen Samstag abend gingen wir schlafen, jedoch viel kürzer als erwartet, denn kurz nach Mitternacht, am sehr frühen Sonntag morgen, begannen die Schmerzen in 15-minütigen regelmässigen Wehen. Nach der kurzen Aufwachphase, und dem anfänglichen Verständnis der Situation, beschloss Macy, mindestens bis morgens nach dem Schichtwechsel in der Kaiserswerther Diakonie noch auszuhalten. Couragiert wie immer. Gegen vier Uhr morgens, die Wehen, die alle acht Minuten pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk einsetzten, waren für alle recht erträglich, begannen wir eine leckere Reissuppe mit Gemüse, gesalzenem Fisch, und einem sckmackhaften Gurkensalat zu kochen. Macy wusste wohl schon, dass sie ohne genügenden Schlaf und mit leerem Magen nicht bis zum Abend (zu dritt) durchhalten würde. Um eine lange Nacht kurz zu halten - gegen 8 Uhr fuhren wir los ins Krankenhaus, unsere Koffer waren zum Glück bereits seit ein paar Wochen gepackt. Drei Wehen während der Fahrt, und zwei weitere auf dem Weg zum Kreischsaal später wurden wir freundlich empfangen, und von der fürsorglichen Hebamme (der Amme für die frühen Stunden) in unseren Kreischsaal begleitet (nein, natürlich nicht in den "Showroom"-Kreissaal, der nur für die 14-tägigen Werbeveranstaltungen genutzt wird, sondern in den rechts daneben, in dem wir selbst auch schon hätten geboren werden können, wenn es die damalige Geographie erlaubt hätte). Es war viel los, schliesslich war es einer dieser verregneten "Sommer"-Sonntage des Jahres 2005, alle Vorabendgrillfeste waren ausgefallen, und so blieb nichts besseres zu tun, als im Kreissaal vorbeizuschauen und zu gebähren - an diesem Tage kamen sechs Kinder zur Welt in Kaiserswerth, Marisa Grace war die dritte. Wir hatten uns schon lange überlegt, für diese paar Tage ein "Familienzimmer" zu nehmen, aus verschiedensten Gründen (dies scheint heutzutage in Deutschland absolut ungewöhnlich zu sein, so gab es in keinem der vier besichtigten Häuser ein entsprechendes Angebot). Wir waren entschlossen zu kämpfen, und mit Hilfe des Hl. Sankt Georg den Stationsschwesterdrachen (pardon) zu besiegen - welch Wunder, es funktionierte. Der Haken bei der Sache, wir mussten uns noch anmelden (am Sonntag morgen!). Zwei Stockwerke tiefer angelangt, schrie Macy ausserhalb des Kreischsaales bei den immer stärker werdenden Wehen. Dies erweichte (doch etwas) das Herz der Verwaltungsangestellten und beschleunigte den papierverarbeitenden Prozessablauf erheblich. Wieder nach oben geschafft, erbarmte sich nun auch die Hebamme, und orderte bereits nach einer weiteren Stunde Wehen, und einem etwa 3cm geöffneten Muttermund, die PDA. Die Wehen überschritten die im Wehenschreiber vorgegebene Skala bei weitem (Angeber!). Nun folgten ein paar geruhsame und erholsame Stunden für Macy, etwa von Zwölf bis 3h30 nachmittags, für die chronologisch Interessierten. Gegen Ende dieser Ruhephase platzte unsere Armeegeneral-Hebamme herein, sie hatte kurz eine Placentageburt unterbrochen, um uns vorzuwarnen, wir wären als nächstes dran, mit blutverschmiertem Unterarm. Kaum zu glauben, aber eine wunderbare Frau, genau was der Doktor verschrieben hatte. Dies war der Zeitpunkt, als unser im Geburtsvorbereitungskurs gesammeltes "Wissen" über Bord ging, und die heisse, zeitlose Phase begann. Der Muttermund war nun etwa sieben Zentimeter geöffnet, und es war Zeit, die Stärke der PDA zu reduzieren. Eine halbe Stunde später (etwa) bekamen wir den Befehl unseres Generals, etwas zu beschleunigen. Der General benötigte Wehen, alle drei Minuten, und die Unterstützung aller (also Macy's und Marisa Grace's). Nun wurde es etwas panisch und schnell. Der General hatte die Faxen dicke (war Grace etwa eingeschlafen?) und positionierte den Wehentropf. Uns kam das Horrorszenario in Erinnerung - PDA führt zu Wehentropf führt zu Notfallkaiserschnitt. Fünf Minuten darauf bekamen wir erstmals den Arzt zu Gesicht, der den Wehentropf sofort beendete, da sich eine Dauerkontraktion abzeichnete. Soweit wir noch klar denken konnten (war das so?), entschlossen wir uns in diesem Moment, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. So bewusst wie möglich atmeten wir uns nun vorwärts. Nach nur kurzer Zeit erreichten wir tatsächlich rhythmische Drei-Minuten-Wehen wie gewünscht. Unser General war zufrieden, und dann, ich weiss nicht mehr wann und warum, erging der Befehl zu pressen. Dies möchte ich nun nicht in allen Details erzählen, möchte die Gelegenheit nur dazu nutzen, mir mein Gewissen zu erleichtern, und zu beichten. Etwa zehn Presswehen später war ich dabei, Macy zu ermuntern, gegen die Schmerzen zu pressen. Schande über mich, als ob ich nie Schmerzen gehabt hätte. Über den Rest herrscht Schweigen. Mit freundlicher Unterstützung des Oberarztes, Herr Dr. Garcia, wurde Grace um 17h27 natürlich geboren. Macy erlitt einen relativ kleinen Dammriss, war aber sofort voller Freude und Euphorie als Marisa Grace auf ihrem Bauch landete (ich hatte kurz zuvor die Nabelschnur durchschnitten). Marisa Grace Wagner, unter uns Statistikern gesagt, wog 3360 Gramm und mass (nicht ganz vom etwas in die Länge gezogenen Scheitel - wer hat da Eierkopf gesagt? - gemessen) 50cm. Grace (ihr zweiter Vorname ist ihr Rufname, das gab es schon lange nicht mehr in unserer Familie) war erschöpft aber sehr gesund und munter. Dass ihr Rufname Grace sein würde, wussten wir schon weit vor der Schwangerschaft. Marisa ist sowohl ein deutscher als auch ein seltener thailändischer Vorname, und bedeutet Blume. Welch weiteren Assoziationen der Name unseres Schatzes wecken möge, überlassen wir der Phantasie. Wir wünschen uns, dass Grace mit ihrem Namen Freude haben wird (und falls nicht, so bleibt immer noch die in Thailand durchaus übliche Möglichkeit der Namensänderung). Macy wurde vom Arzt versorgt, mein General und ich badeten unseren Schatz, und dann, vermutlich als ein Zeichen der Anteilnahme, steckte mir mein General noch ein Stück abgelängte Nabelschnur zu (falls jemand weiss, was wir damit tun sollten, bitte melden). Wir durften eine Weile im Showroom entspannen (ohne Zuschauer). Bis hierher waren wir tatsächlich irgendwie vorbereitet gewesen, nun betraten wir für immer Neuland. All die Dinge, über die man nichts höt, nichts in Büchern liest und nicht beim Kaffeeklatsch tratscht, warteten noch auf uns in den nächsten drei Tagen. Z.B. verstand Macy schon bald den Sinn des Wortes Milcheinschuss, oder des Wortes Wochenbett, oder des Wortes Stillen. Achja, ich vergas, bereits nach einer Stunde wurde Grace erstmals gestillt. Aus Männersicht wieder eine unvorstellbare Energieleistung von Macy, und auch wenn ihr Frauen nun leise wissend lächelt, das ändert nichts an meiner hier öffentlich ausgedrückten Bewunderung für meine Frau. Die nächsten zwei Stunden oder so sind für mich ein Schwarzes Loch, ein Blackout, habe ich schlicht und einfach vergessen. Nach Rücksprache scheint es so, dass Grace die ganze Zeit bei uns war, zufrieden und mit der Geburt beschäftigt, und wir in unserem Familienzimmer Ruhe fanden (und mit Hilfe unserer Stationsschwester auch noch abends um 8 Uhr etwas zu essen, unser erstes Essen seit unserem letzten frühmorgendlichen Frühstück zu Zweit). Morgens um Vier bestand Grace die U1 mit Bravour. Sonntagskinder gelten in Deutschland als vergnügt und pflegeleicht (stimmt das?), und ebenso in Thailand. In Thailand weiss man auch, dass Sonntags-kinder (und Dienstagskinder wie Macy) gerne entspannen und schlafen, und hiermit verbrachte auch Grace den gesamten Morgen. Oma Annemarie und Opa Dieter waren die ersten Gratulanten vor Ort, auch ihr fünftes Enkelchen empfangen sie bereits am ersten Lebenstag. Kurz darauf kamen auch schon die Wildermanns, Gereon, Leander, und Gabi, und komplettierten den Kreis der Freude. Gereon war ein Schatz zu seiner jungen Cousine, ebenso Leander, wenngleich ein wenig ungestümer gemäss seiner Natur. Es schien als ob Grace sich sehr über den Besuch der Familie freute, ihre Eltern taten dies sowieso. Geschafft aber überglücklich ging es in die erste Nacht, die es in sich hatte. Weder Mutter noch Kind fanden Ruhe. Der Vater beschäftigte sich damit, über den Gang zu huschen, um dies und das für die zwei Ermatteten und Milcheinschussgeplagten zu besorgen. Am Dienstag, Grace's zweitem Lebenstag, passierten wir einen Crashkurs im Pumpen, Schnullern, Kühlen, Bauern. Wir entschieden uns dafür, noch einen Tag in der Diakonie dranzuhängen, um zumindest eine kleine Chance zu haben, noch einen Stillrhythmus zu erreichen (im Nachhinein eine falsche Wahl, denn die Schwestern wurden ziemlich ungemütlich, wollten sie die zwei Betten freibekommen?). Jede Kinderschwester, geprägt und konditioniert von ihrer Generation, hat ihre eigene Methode, mal pumpen, mal stillen bis das Blut spritzt - während natürlich das Baby und die Mutter nochmal eigene Ideen haben, und diese auch gut durchzusetzen imstande sind. Am Abend besuchten uns Elisa und John (mit einer mitgebrachten Pizza Hawaii), und am Mittwoch die heiratswilligen Monica und Thomas. Am Mittwoch freuten wir uns bereits auf unser Zuhause. Macy's Abschlussuntersuchung lief so weit so gut. Alles bestens im Rahmen. Grace bestand die U2 ebenso ohne Umschweife, gerührt und geschüttelt. Der warme Sommertag ging ins Land, wir ersetzten eine weitere Pizza für das Krankenhaus Abendbuffet (es gehen Gerüchte, dass aus Kostengründen die Kantine der nahebei gelegenen Vollzugsanstalt seit Kurzem mit der Kantine der Diakonie zusammengelegt wurde). Am Donnerstag morgen war schnell gepackt. Gegen 10h30 verliesen wir das Krankenhaus und waren bald daheim. Seit diesem Tag geniessen wir unsere Dreisamkeit, soweit dies geht, und erfreuen uns der Ruhe, Unbekümmertheit und Intimität der eigenen Wände. Unsere Nachsorgehebamme kam bereits am frühen Nachmittag, und ertrug unsere Fragestunde ohne zu murren, auch wenn es gegen Ende bereits darum ging, wie wir Grace denn nach sechs Monaten wohl ernähren sollten. Langsam wurde uns bewusst, wie glücklich wir wieder einmal sein durften, und dass Grace ihrem Namen bereits jetzt alle Ehre bereitete. Ausgiebige Still-sessions und ausgedehnte Schläfchen lösten sich ab, die Nächte sind friedlich, ein oder zweimal aufwachen, und pro Tag eine lange Einschlafsitzung die ans Gemüt geht. Aber im Kühlschrank gibt es ja genug Eis, um es sich danach gutgehen zu lassen, und ein kleines Lächeln (oder was uns so erscheint) entschädigt für alles. Der Freitag war ein friedlicher freudiger Tag ohnegleichen, und ebenso der Samstag. Samstag kamen nun auch die Wagners aus Kandel, Lily, Tom, Helena und Martin, und wir verbrachten den Nachmittag spielend mit Spass und Dollerei. Ein paar weitere Pizzen und Dinosauriereis später schien es uns, als ob Grace im Kreise der Familie besonders zufrieden sei, und wir erkannten, wie sehr sie auf unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit und ununterbrochene Nähe steht. Es ist nun Sonntag morgen und wir feiern Grace erste Woche mit einem Glas Champagner (endlich). Heute, und nun auch hiermit, lassen wir die erste Woche Revue passieren. Sicherlich hat Grace in dieser Woche so viel Neues erlebt wie man nicht in Worte fassen kann, aber wir werden das Gefühl nicht los, dass sie uns schon so viel mehr gelehrt hat. Grace schlät gerade auf meinem Arm ein (hoffentlich). Eine kleine Episode habe ich noch vergessen. Als Macy und ich mit Grace endlich nach Hause durften, und wir uns auf den Weg machten, lief uns beiden der Schweiss vor Aufregung - würden wir es schaffen zu zweit, mit einem neuen Menschenkind? Oder würden wir nach ein paar Stunden aufgeben müssen? Wie kann man diese ganze Verantwortung übernehmen, dem Kind alles Gute und Richtige zugutekommen lassen, ihr kein Leiden zufügen und möglichst wenig Unbar? Unvorstellbar, und doch müssen wir es wagen. Alle Eltern können nun nur müde lächeln, diese Traumtänzer, diese Dramatisierer, macht einfach und wenn sie mal schreit ist das auch nicht das Ende der Welt. In diesem Sinne. Nun ist es Zeit zum Feiern, und wir melden uns demnächst wieder mit den neuesten Abenteuer(che)n, Erfahrungen und Geschicht(ch)en. Zumindest mir hat es tierisch Spass gemacht, diesen Text zu verfassen, und falls der geneigte Leser es bis hier geschafft hat, vielleicht ebenso. Für alle Kommentare, Anregungen, Ermutigungen, oder Mitteilungen, die uns auf den Boden der Tatsachen zurückführen, freuen wir uns riesig
© Georg Wagner 2015
Marisa Grace  Wagner geb. 4. August 2005
LENSFLARE
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Marisa Grace

Wagner

Marisa Grace ist am Sonntag den 14 August 2005 gegen halb sechs Uhr abends in Düsseldorf Kaiserswerth geboren. Dies ist die Geschichte ihrer Geburt und der ersten Tage in ihrem Leben, und wie diese ihre überglücklichen Eltern Macy und Georg erlebten (gleich vorweg, Macy geht es den "Umständen entsprechend" ausgezeichnet, was eine andere Art ist, zu sagen, sie ist glücklich mit ihrem Kind zu Hause angekommen, und sie als auch ich finden in den wenigen Momenten der Muse Zeit, die uns gegebene Blume der Gnade - hierzu später mehr - zu bewundern). Unser Stadtbummel am Samstag "davor" endete abrupt, als Macy's Körper eine erste Warnung schickte. Da wir beide an diesem sonnigen Nachmittag auf der Kö noch nichts gegessen hatten, fuhren wir noch schnell bei unserem favourite Japanischen Nudelrestaurant vorbei - leider waren die im Sommerurlaub. Zu Hause angekommen, stellte sich nun die entscheidende Frage: Sollten wir nun ins Krankenhaus oder nicht - nach Rückfragen, Internetsuche, Literaturstudie blieben wir zu Hause und richteten uns darauf ein, in ein paar Tagen einzurücken (das hiess für uns, dass Marisa Grace doch sehr pünktlich zu ihrem "errechneten" Geburtstermin erscheinen würde, und wir evtl. unseren Termin bei Macy's Frauenarzt absagen müssten, den sie wohl etwas vorschnell noch gegeben hatte.). Wir entschieden uns dafür, erst einmal etwas zu kochen. Nach einem gemütlichen Samstag abend gingen wir schlafen, jedoch viel kürzer als erwartet, denn kurz nach Mitternacht, am sehr frühen Sonntag morgen, begannen die Schmerzen in 15-minütigen regelmässigen Wehen. Nach der kurzen Aufwachphase, und dem anfänglichen Verständnis der Situation, beschloss Macy, mindestens bis morgens nach dem Schichtwechsel in der Kaiserswerther Diakonie noch auszuhalten. Couragiert wie immer. Gegen vier Uhr morgens, die Wehen, die alle acht Minuten pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk einsetzten, waren für alle recht erträglich, begannen wir eine leckere Reissuppe mit Gemüse, gesalzenem Fisch, und einem sckmackhaften Gurkensalat zu kochen. Macy wusste wohl schon, dass sie ohne genügenden Schlaf und mit leerem Magen nicht bis zum Abend (zu dritt) durchhalten würde. Um eine lange Nacht kurz zu halten - gegen 8 Uhr fuhren wir los ins Krankenhaus, unsere Koffer waren zum Glück bereits seit ein paar Wochen gepackt. Drei Wehen während der Fahrt, und zwei weitere auf dem Weg zum Kreischsaal später wurden wir freundlich empfangen, und von der fürsorglichen Hebamme (der Amme für die frühen Stunden) in unseren Kreischsaal begleitet (nein, natürlich nicht in den "Showroom"-Kreissaal, der nur für die 14-tägigen Werbeveranstaltungen genutzt wird, sondern in den rechts daneben, in dem wir selbst auch schon hätten geboren werden können, wenn es die damalige Geographie erlaubt hätte). Es war viel los, schliesslich war es einer dieser verregneten "Sommer"-Sonntage des Jahres 2005, alle Vorabendgrillfeste waren ausgefallen, und so blieb nichts besseres zu tun, als im Kreissaal vorbeizuschauen und zu gebähren - an diesem Tage kamen sechs Kinder zur Welt in Kaiserswerth, Marisa Grace war die dritte. Wir hatten uns schon lange überlegt, für diese paar Tage ein "Familienzimmer" zu nehmen, aus verschiedensten Gründen (dies scheint heutzutage in Deutschland absolut ungewöhnlich zu sein, so gab es in keinem der vier besichtigten Häuser ein entsprechendes Angebot). Wir waren entschlossen zu kämpfen, und mit Hilfe des Hl. Sankt Georg den Stationsschwesterdrachen (pardon) zu besiegen - welch Wunder, es funktionierte. Der Haken bei der Sache, wir mussten uns noch anmelden (am Sonntag morgen!). Zwei Stockwerke tiefer angelangt, schrie Macy ausserhalb des Kreischsaales bei den immer stärker werdenden Wehen. Dies erweichte (doch etwas) das Herz der Verwaltungsangestellten und beschleunigte den papierverarbeitenden Prozessablauf erheblich. Wieder nach oben geschafft, erbarmte sich nun auch die Hebamme, und orderte bereits nach einer weiteren Stunde Wehen, und einem etwa 3cm geöffneten Muttermund, die PDA. Die Wehen überschritten die im Wehenschreiber vorgegebene Skala bei weitem (Angeber!). Nun folgten ein paar geruhsame und erholsame Stunden für Macy, etwa von Zwölf bis 3h30 nachmittags, für die chronologisch Interessierten. Gegen Ende dieser Ruhephase platzte unsere Armeegeneral-Hebamme herein, sie hatte kurz eine Placentageburt unterbrochen, um uns vorzuwarnen, wir wären als nächstes dran, mit blutverschmiertem Unterarm. Kaum zu glauben, aber eine wunderbare Frau, genau was der Doktor verschrieben hatte. Dies war der Zeitpunkt, als unser im Geburtsvorbereitungskurs gesammeltes "Wissen" über Bord ging, und die heisse, zeitlose Phase begann. Der Muttermund war nun etwa sieben Zentimeter geöffnet, und es war Zeit, die Stärke der PDA zu reduzieren. Eine halbe Stunde später (etwa) bekamen wir den Befehl unseres Generals, etwas zu beschleunigen. Der General benötigte Wehen, alle drei Minuten, und die Unterstützung aller (also Macy's und Marisa Grace's). Nun wurde es etwas panisch und schnell. Der General hatte die Faxen dicke (war Grace etwa eingeschlafen?) und positionierte den Wehentropf. Uns kam das Horrorszenario in Erinnerung - PDA führt zu Wehentropf führt zu Notfallkaiserschnitt. Fünf Minuten darauf bekamen wir erstmals den Arzt zu Gesicht, der den Wehentropf sofort beendete, da sich eine Dauerkontraktion abzeichnete. Soweit wir noch klar denken konnten (war das so?), entschlossen wir uns in diesem Moment, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. So bewusst wie möglich atmeten wir uns nun vorwärts. Nach nur kurzer Zeit erreichten wir tatsächlich rhythmische Drei-Minuten-Wehen wie gewünscht. Unser General war zufrieden, und dann, ich weiss nicht mehr wann und warum, erging der Befehl zu pressen. Dies möchte ich nun nicht in allen Details erzählen, möchte die Gelegenheit nur dazu nutzen, mir mein Gewissen zu erleichtern, und zu beichten. Etwa zehn Presswehen später war ich dabei, Macy zu ermuntern, gegen die Schmerzen zu pressen. Schande über mich, als ob ich nie Schmerzen gehabt hätte. Über den Rest herrscht Schweigen. Mit freundlicher Unterstützung des Oberarztes, Herr Dr. Garcia, wurde Grace um 17h27 natürlich geboren. Macy erlitt einen relativ kleinen Dammriss, war aber sofort voller Freude und Euphorie als Marisa Grace auf ihrem Bauch landete (ich hatte kurz zuvor die Nabelschnur durchschnitten). Marisa Grace Wagner, unter uns Statistikern gesagt, wog 3360 Gramm und mass (nicht ganz vom etwas in die Länge gezogenen Scheitel - wer hat da Eierkopf gesagt? - gemessen) 50cm. Grace (ihr zweiter Vorname ist ihr Rufname, das gab es schon lange nicht mehr in unserer Familie) war erschöpft aber sehr gesund und munter. Dass ihr Rufname Grace sein würde, wussten wir schon weit vor der Schwangerschaft. Marisa ist sowohl ein deutscher als auch ein seltener thailändischer Vorname, und bedeutet Blume. Welch weiteren Assoziationen der Name unseres Schatzes wecken möge, überlassen wir der Phantasie. Wir wünschen uns, dass Grace mit ihrem Namen Freude haben wird (und falls nicht, so bleibt immer noch die in Thailand durchaus übliche Möglichkeit der Namensänderung). Macy wurde vom Arzt versorgt, mein General und ich badeten unseren Schatz, und dann, vermutlich als ein Zeichen der Anteilnahme, steckte mir mein General noch ein Stück abgelängte Nabelschnur zu (falls jemand weiss, was wir damit tun sollten, bitte melden). Wir durften eine Weile im Showroom entspannen (ohne Zuschauer). Bis hierher waren wir tatsächlich irgendwie vorbereitet gewesen, nun betraten wir für immer Neuland. All die Dinge, über die man nichts höt, nichts in Büchern liest und nicht beim Kaffeeklatsch tratscht, warteten noch auf uns in den nächsten drei Tagen. Z.B. verstand Macy schon bald den Sinn des Wortes Milcheinschuss, oder des Wortes Wochenbett, oder des Wortes Stillen. Achja, ich vergas, bereits nach einer Stunde wurde Grace erstmals gestillt. Aus Männersicht wieder eine unvorstellbare Energieleistung von Macy, und auch wenn ihr Frauen nun leise wissend lächelt, das ändert nichts an meiner hier öffentlich ausgedrückten Bewunderung für meine Frau. Die nächsten zwei Stunden oder so sind für mich ein Schwarzes Loch, ein Blackout, habe ich schlicht und einfach vergessen. Nach Rücksprache scheint es so, dass Grace die ganze Zeit bei uns war, zufrieden und mit der Geburt beschäftigt, und wir in unserem Familienzimmer Ruhe fanden (und mit Hilfe unserer Stationsschwester auch noch abends um 8 Uhr etwas zu essen, unser erstes Essen seit unserem letzten frühmorgendlichen Frühstück zu Zweit). Morgens um Vier bestand Grace die U1 mit Bravour. Sonntagskinder gelten in Deutschland als vergnügt und pflegeleicht (stimmt das?), und ebenso in Thailand. In Thailand weiss man auch, dass Sonntags-kinder (und Dienstagskinder wie Macy) gerne entspannen und schlafen, und hiermit verbrachte auch Grace den gesamten Morgen. Oma Annemarie und Opa Dieter waren die ersten Gratulanten vor Ort, auch ihr fünftes Enkelchen empfangen sie bereits am ersten Lebenstag. Kurz darauf kamen auch schon die Wildermanns, Gereon, Leander, und Gabi, und komplettierten den Kreis der Freude. Gereon war ein Schatz zu seiner jungen Cousine, ebenso Leander, wenngleich ein wenig ungestümer gemäss seiner Natur. Es schien als ob Grace sich sehr über den Besuch der Familie freute, ihre Eltern taten dies sowieso. Geschafft aber überglücklich ging es in die erste Nacht, die es in sich hatte. Weder Mutter noch Kind fanden Ruhe. Der Vater beschäftigte sich damit, über den Gang zu huschen, um dies und das für die zwei Ermatteten und Milcheinschussgeplagten zu besorgen. Am Dienstag, Grace's zweitem Lebenstag, passierten wir einen Crashkurs im Pumpen, Schnullern, Kühlen, Bauern. Wir entschieden uns dafür, noch einen Tag in der Diakonie dranzuhängen, um zumindest eine kleine Chance zu haben, noch einen Stillrhythmus zu erreichen (im Nachhinein eine falsche Wahl, denn die Schwestern wurden ziemlich ungemütlich, wollten sie die zwei Betten freibekommen?). Jede Kinderschwester, geprägt und konditioniert von ihrer Generation, hat ihre eigene Methode, mal pumpen, mal stillen bis das Blut spritzt - während natürlich das Baby und die Mutter nochmal eigene Ideen haben, und diese auch gut durchzusetzen imstande sind. Am Abend besuchten uns Elisa und John (mit einer mitgebrachten Pizza Hawaii), und am Mittwoch die heiratswilligen Monica und Thomas. Am Mittwoch freuten wir uns bereits auf unser Zuhause. Macy's Abschlussuntersuchung lief so weit so gut. Alles bestens im Rahmen. Grace bestand die U2 ebenso ohne Umschweife, gerührt und geschüttelt. Der warme Sommertag ging ins Land, wir ersetzten eine weitere Pizza für das Krankenhaus Abendbuffet (es gehen Gerüchte, dass aus Kostengründen die Kantine der nahebei gelegenen Vollzugsanstalt seit Kurzem mit der Kantine der Diakonie zusammengelegt wurde). Am Donnerstag morgen war schnell gepackt. Gegen 10h30 verliesen wir das Krankenhaus und waren bald daheim. Seit diesem Tag geniessen wir unsere Dreisamkeit, soweit dies geht, und erfreuen uns der Ruhe, Unbekümmertheit und Intimität der eigenen Wände. Unsere Nachsorgehebamme kam bereits am frühen Nachmittag, und ertrug unsere Fragestunde ohne zu murren, auch wenn es gegen Ende bereits darum ging, wie wir Grace denn nach sechs Monaten wohl ernähren sollten. Langsam wurde uns bewusst, wie glücklich wir wieder einmal sein durften, und dass Grace ihrem Namen bereits jetzt alle Ehre bereitete. Ausgiebige Still-sessions und ausgedehnte Schläfchen lösten sich ab, die Nächte sind friedlich, ein oder zweimal aufwachen, und pro Tag eine lange Einschlafsitzung die ans Gemüt geht. Aber im Kühlschrank gibt es ja genug Eis, um es sich danach gutgehen zu lassen, und ein kleines Lächeln (oder was uns so erscheint) entschädigt für alles. Der Freitag war ein friedlicher freudiger Tag ohnegleichen, und ebenso der Samstag. Samstag kamen nun auch die Wagners aus Kandel, Lily, Tom, Helena und Martin, und wir verbrachten den Nachmittag spielend mit Spass und Dollerei. Ein paar weitere Pizzen und Dinosauriereis später schien es uns, als ob Grace im Kreise der Familie besonders zufrieden sei, und wir erkannten, wie sehr sie auf unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit und ununterbrochene Nähe steht. Es ist nun Sonntag morgen und wir feiern Grace erste Woche mit einem Glas Champagner (endlich). Heute, und nun auch hiermit, lassen wir die erste Woche Revue passieren. Sicherlich hat Grace in dieser Woche so viel Neues erlebt wie man nicht in Worte fassen kann, aber wir werden das Gefühl nicht los, dass sie uns schon so viel mehr gelehrt hat. Grace schlät gerade auf meinem Arm ein (hoffentlich). Eine kleine Episode habe ich noch vergessen. Als Macy und ich mit Grace endlich nach Hause durften, und wir uns auf den Weg machten, lief uns beiden der Schweiss vor Aufregung - würden wir es schaffen zu zweit, mit einem neuen Menschenkind? Oder würden wir nach ein paar Stunden aufgeben müssen? Wie kann man diese ganze Verantwortung übernehmen, dem Kind alles Gute und Richtige zugutekommen lassen, ihr kein Leiden zufügen und möglichst wenig Unbar? Unvorstellbar, und doch müssen wir es wagen. Alle Eltern können nun nur müde lächeln, diese Traumtänzer, diese Dramatisierer, macht einfach und wenn sie mal schreit ist das auch nicht das Ende der Welt. In diesem Sinne. Nun ist es Zeit zum Feiern, und wir melden uns demnächst wieder mit den neuesten Abenteuer(che)n, Erfahrungen und Geschicht(ch)en. Zumindest mir hat es tierisch Spass gemacht, diesen Text zu verfassen, und falls der geneigte Leser es bis hier geschafft hat, vielleicht ebenso. 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